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Die Ausbildung

 

Coaching: Personale und soziale Kompetenzen

Die Fachdidaktik Philosophie/Ethik vermittelt die für die Bewältigung der Unterrichtswirklichkeit in den Fächern Philosophie und Ethik notwendigen Kompetenzen. Die Schwerpunkte der gemeinsamen Arbeit ergeben sich nicht allein aus der Ausbildung und der Prüfungsordnung, sondern darüber hinaus aus dem Schulalltag. Die Referendarinnen und Referendare werden nicht auf eine bestimmte Situation bezogen ausgebildet, sondern auf ein ganzes Berufsleben. Zu diesen Zwecken versucht die Fachdidaktik eine Theorie-Praxis-Vermittlung zu leisten, die die langfristigen Perspektiven ebenso berücksichtigt wie die kurzfristigen Interessen. Die Mitarbeit der Referendare ist hierbei im Sinne des nachhaltigen Lernens unerlässlich. In einem Prozess der reflektierten Aneignung der Kompetenzen muss jeder Einzelne z.B. herausfinden, welche Methoden oder Arbeitsformen er authentisch vertreten kann. Die Fachdidaktik unterstützt diesen Weg des kooperativen Lernens durch die Formulierung klarer Zielvorgaben und durch das Herstellen einer individuellen Beratungssituation, die Stärken und Schwächen des Referendars präzise benennt. Ständiges Ziel der Teamarbeit im Seminar ist die Erzeugung einer angstfreien, vertrauensvollen Atmosphäre. Um diesen Prozess abzusichern, ist die Entwicklung eines spezifischen Berufsethos unumgänglich, das Kern der späteren Berufsidentität werden soll. Hierzu gehört z.B. die Erarbeitung eines angemessenen Selbstbildes, das das in der Regel noch aus den eigenen Schulerfahrungen stammende Bild vom „guten Unterricht“ aufarbeitet und Veränderungen zugänglich macht.


Klarheit: fachwissenschaftliche Kompetenzen

Nicht nur die Ausbildung, auch der Unterricht selbst muss philosophisch sein. Zwar beschränkt sich die Fachdidaktik nicht auf die Philosophie, sondern bezieht eine ganze Fülle von Wissenschaften ein. Dennoch liegt hier der Kernbereich. Die Frage nach der Wahrheit ist regulative Idee, die im Zentrum des Interesses steht und darüber hinaus Wesentliches zur Motivation beitragen kann. Die Auseinandersetzung mit der Philosophie im Unterricht und in der Ausbildung garantiert ein lebenslanges (Berufs-)Interesse, das die permanente Bereitschaft, über die Philosophie, den Unterricht und über das Selbstbild zu reflektieren, ermöglicht. Um diese Prozesse voranzutreiben, geht die Fachdidaktik von der Lebenswelt der Schüler aus und gewinnt die alte sokratische Dimension des Philosophierens zurück, der auch Kant den Vorrang einräumt. Die moralische Situation wird dabei als hermeneutische vorverstanden. Nicht die Vermittlung von vermeintlichen Eindeutigkeiten oder die Bestätigung von Vorurteilen ist das Ziel, sondern die beständige Suche nach Antworten auf die sich stellenden Fragen. Um diesen Prozess erfolgreich bewältigen zu können, vermittelt die Fachdidaktik grundlegende Kompetenzen in den Kompetenzfeldern „Reproduktion“, „Analyse und Generalisierung“ und „Bewertung und Transfer“. Eine Möglichkeit, die verschiedenen Kompetenzfelder miteinander zu vernetzen, ist z.B. der „sokratische Dialog“.

 

Kreativität: problemlösende Kompetenzen

Der Unterricht und die Ausbildung in Philosophie und Ethik setzen im starken Maße auf das problemlösende Denken. Moralische Probleme werden als „offene“ Probleme angesehen, die mit einer kompetenzorientierten Kreativität gelöst werden können. Als besonders anregend- sowohl für die Motivation als auch für das Denken- haben sich die Dilemmageschichten bzw. die Dilemmastruktur herausgestellt. Die Auseinandersetzung mit den Problemen und den Lösungsvorschlägen wird sowohl im Team als auch in Formen des selbst organisierten Lernens geführt.

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Strukturierung: didaktische und methodische Kompetenzen

Die gemeinsame Arbeit in der Fachdidaktik lässt sich in drei große Blöcke untergliedern, zu denen jeweils ein Unterrichtsbesuch im Unterricht des Referendars gehört. Im ersten Block werden holistische Ansätze thematisiert, da bereits in der ersten Stunde alle Kompetenzen benötigt werden, die die Fachdidaktik aber nur Schritt für Schritt entwickeln kann. Hier bieten sich z.B. die so genannten Wertvermittlungskonzepte an, die bereits vorab eine Synthese aus Philosophie, Didaktik und Methodik leisten. Niemand wird dabei auf einen bestimmten Ansatz festgelegt. Der Referendar selbst muss seine begründete Entscheidung treffen. Hilfestellung erfolgt über das „Coaching“ im Seminar und in der individuellen Beratung nach den Unterrichtsbesuchen. Im Zentrum der ersten Beratung steht dabei das Gesamt der Kompetenzen, die so genannte „Lehrerrolle“. Im zweiten Block werden die einzelnen Elemente der Unterrichtsgestaltung und der Unterrichtsdurchführung Schritt für Schritt erarbeitet. Planung und Umsetzung sind auch die zentralen Themen bei der Beratung nach dem  zweiten Unterrichtsbesuch. Angestrebt wird die „runde Stunde“. Abgeschlossen wird dieser Block durch eine Perspektivenerweiterung – ausgehend von der Einzelstunde über die Doppelstunde hin zur Unterrichtseinheit. Hierin enthalten ist auch die Vermittlung der notwendigen Kompetenzen zur Bewältigung des Prüfungsbestandteils „Dokumentation einer Unterrichtseinheit“ (DUE). Im dritten Block werden die besonderen Bedingungen der Prüfung in Philosophie und Ethik angesprochen. Bei der Beratung nach dem dritten Unterrichtsbesuch steht die Lehrprobe im Vordergrund.

 

Offenheit: Zukunftskompetenzen

Der letzte Teil der Ausbildung zielt auf die Erarbeitung von Zukunftskompetenzen. Ausgehend von ungelösten Problemen der Fachdidaktik gewinnen zukünftige Veränderungen und Entwicklungen ihren angemessenen Stellenwert. Da der Unterricht einen klaren Lebensweltbezug aufweist, sind gesellschaftliche Veränderungen ebenso zu berücksichtigen wie neuartige (unterrichts-)technische Möglichkeiten oder neue Standards bzw. Bildungsmodelle. Die Referendare gewinnen dadurch weitere Kompetenzen, die sie in der so genannte „Berufseingliederungsphase“ nach dem Referendariat und später in ihrem weiteren Berufsleben nutzen können. Die Bereitschaft, sich neuen Entwicklungen zu stellen, steigt. Sapere aude!

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